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Wie funktioniert eigentlich Plakatdruck?

Die PLAKATUNION besucht eine Druckerei für Großformate und beleuchtet den Entstehungsprozess von 18/1- und CLP-Plakaten.

Viele Leser werden eine Druckerei schon mal von innen gesehen haben. Die meisten vielleicht nur in einer Fernsehdoku. Mancher hat dabei das Bild von ewig langen Transportbahnen für Tageszeitungen vor Augen. Unser Reporter kannte bisher in erster Linie kleine Druckereien, die Broschüren, Flyer und Visitenkarten produzieren, und die auch mal in Innenstädten beheimatet sein können. Bei seiner Ankunft am Niederrhein staunt er nicht schlecht: das Betriebsgelände der auf Plakatdruck spezialisierten Firma te Neues im Kempen bei Viersen nahe der niederländischen Grenze liegt auf der grünen Wiese und gleicht eher einer sehr großen Produktionsstätte für Handelswaren. Plakatdruck braucht eben Raum, schließlich geht es um Großflächen.

Nach Betreten des Empfangsbereichs aber stellt sich schnell ein eher familiäres, gemütliches Gefühl ein. Rainer Schossau ist hier seit 38 Jahren als Plakatprofi im Verkauf tätig und empfängt herzlich, um uns durch die heiligen Hallen des Unternehmens zu führen. Gegründet wurde te Neues 1931 in Krefeld, nach 1945 folgte ein Umzug nach Kempen, wo die Firma kontinuierlich größer wurde. Viele Gebäudeteile fügten sich nach und nach hinzu. Dementsprechend bewegt man sich durch recht verschachtelt angelegte Gänge in zum Teil riesige Hallen. Auffällig ist, wie aufgeräumt hier alles wirkt und wie trotz der immensen Materialvorräte Platz vorhanden ist. Von den 140 Mitarbeitern am Standort, von denen die Hälfte die Produktion bewältigt, ist in den weitläufigen Hallen wenig zu sehen.

Digitaldruck in den letzten Jahren immer relevanter
Zunächst reden wir mit Rainer Schossau über den Digitaldruck, dem sich die Druckerei seit rund fünf Jahren angenommen hat. „Erste Gehversuche in dem Bereich starteten wir schon Anfang der 1990er Jahre,“ erzählt er, „aber für Großformate konnte sich digital bei uns zunächst nicht durchsetzen.“ Wo jedoch kleinere Auflagen relevant sind, ist mittlerweile ein HP Scitex TJ8350 im Einsatz. Ein mannshohes Gerät, das – im Gegensatz zum klassischen Offsetdruck – ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker funktioniert und in der Form auch einem heimischen Drucker ähnelt, nur eben in einer extrem überdimensionalen Variante.

Stückzahlen bis zu 150 Großflächenplakaten oder CLP-Formaten lohnen sich finanziell auf dem HP-Riesen. Oder er dient dem individuellen Eindruck auf Teilen von im Offset vorgefertigten höheren Auflagen – beispielsweise für die Aufbringung lokaler Adressen bei Händlerkampagnen. Die Stückzahl von 150 gilt wohlgemerkt für Kempen – andere Anbieter gehen da in ihren digitalen Auflagenzahlen auch für Großformate schon weiter. Hier wird bei 18/1 auf klassischen Offsetdruck gesetzt, und den wollen wir in erster Linie beleuchten.

Vom PDF zum Plakat
Welche Schritte also durchfährt ein solches Motiv nach der Gestaltung, wenn es in der Offset-Druckerei ankommt und bevor es auf Papier gebündelt zum Plakatierer geliefert wird? „Zunächst prüfen wir in der Druckvorstufe die gelieferten Daten und bereiten sie für den Druck vor,“ schildert Rainer Schossau den ersten Schritt. Es folgt – bei der mittlerweile üblichen 4er-Teilung – die Projektion auf 16 Druckplatten (vier Plakatteile von jeweils 126 x 178 cm á vier Farben je 4c-Plakat). „Dann kommt der Druck selbst inklusive der Farbanpassung, dann das Beschneiden der vier Bögen und das Falzen auf 16 x 40 cm samt einer Kennzeichnung der einzelnen Teile, damit nichts durcheinander gerät,“ führt der Experte fort. Im letzten Schritt übernimmt eine Plakatzusammentragmaschine das sogenannte „Mappen“, wobei ein plakatierfähiges Bündel von vier Bögen entsteht, das schließlich verpackt und verschickt wird.

Eine Klebeanweisung kommt auch hinzu, und diese Lieferung erreicht schließlich unsere Lager und Logistiker bei der PLAKATUNION, die das Motiv dann auf der Fläche zur Geltung bringen. Doch was hier in einem Absatz untergebracht ist, entstammt einem aufwändigen Prozess, der insgesamt je nach Auflagenumfang auch mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Bei einer 4er-Teilung nimmt allein die Einrichtung der Druckmaschine inklusive der Feinjustierung der Farbpräferenzen zwei-drei Stunden in Anspruch, bis das Motiv so aussieht, wie der Kunde es wünscht. Den täglichen Durchlauf kann Rainer Schossau schwer abschätzen, „aber grob können bei Auflagen von 500 Stück bis zu drei Motive am Tag durch den Druck gehen. Da sind Beschnitt, Falzung und Bündelung aber noch außen vor.

 

Lesen Sie hier Teil 2 der Reportage

Im Offset-Druck: Die Farbzufuhr zur Druckrolle

Auf der grünen Wiese: das riesige Gelände der besuchten Druckerei in Kempen

Papier wohin man schaut: eine der Lagerstellen für fertige 18/1-Bögen

Unzählige Rollen: die großen Druckplatten werden sanft durch die Maschinen bewegt

Walzen und Rollen im Gleichklang: die Wässerung der Druckplatte

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